8. September 2016

Spiegelungen




Wir sind viele Seelen in einem.

Wir haben uns in einem Spiegel gesehen und doch in keinem. Und wenn ich dir in die Augen blicke, und mich in deinem Angesicht, in diesem Tiefbraun verliere, vergesse ich jeden Zweifel an einen Sinn, den es zu Suchen gilt. Weil jeder Moment und jeder Atemzug sich wahr anfühlt, wie der Geruch nach dem Regen, wenn die Nacht beginnt. Ich kann in dir nicht nur dich erkennen, denn das gibt es nicht. Es gibt Millionen Welten in dir drin. Jede nur für einen Augenblick bestimmt, und jede so vergänglich wie der Atem in den Lungen.

Ich kann dich Lachen hören, selbst wenn du Meilen weit entfernt von mir bist. Ich kann dein Gesicht in jeder Oberfläche sehen, die auch nur leicht verspiegelt ist. Ich sehe dich in vielen Menschen, denen ich begegne. Jede kleine Regung vergleiche ich mit deinen. Und egal wohin ich gehe, ich weiß dass du mich begleitest, so wie ich in jeder Sekunde bei dir bin.

Das Schlagen meines Herzens ist für dich bestimmt. Für jedes Aufblitzen jeder kleinen Seele, in all den Momenten und Augenblicken und im Zwischendrin. Wenn ich meine Augen schließe und den Morgen abwarte, mit tiefem Atem. Wenn der Mantel aus Schlaf und Ruhe sich über die Straßen legt und ich doch wach bin und am wandern. Wenn sich diese stille Decke ausbreitet, in jedem noch so großen Herzen, weiß ich meins schlägt weiter.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Steigt ein! Mitreisende willkomen.