20. Juli 2016

Zwischen den Fugen

ganz wald weg | oc by plutomond

Wenn man zwischen die Fugen gerät, hat man zumindest die Chance, alles aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Wenn man es schafft, Distanz zu wahren zu den unwichtigen Sachen. Wenn man lernt zu verstehen, dass alles seinen Platz hat, auch wenn man selber mitten drin steckt, zwischen dem, wo und wer man gern wäre, und dem jetzt. Wenn man weiß, dass man bloß unterwegs ist, nimmt einem das die Angst. Wenn man weiß, dass man irgendwann ankommt, ist man vielleicht schon da.

Kommentare:

  1. Wow. Ich hab lange nicht hier rein geschaut, ich weiß nichtmal, ob du mich noch "kennst".
    Ich finde den Text nur so schön, doch frage ich mich: wenn endlich alles so ist, wie man es sich immer vorgestellt hat, ist man dann glücklich? Was ist, was wir streben? Realität, Wünsche und Pläne, wie ist die Relation?
    Wenn alles unter geht, weiß man, was man anstrebt. Doch wenn das Ende erreicht ist, was passiert? Kann man wirklich glücklich sein ?

    Fühl dich umarmt

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    1. Natürlich kenne ich dich noch. Allerdings bin ich selber um Einiges weniger auf Blogger unterwegs, als ich möchte.
      Wow, sehr existentielle Fragen. Die kann man natürlich nicht in einem Blogkommentar klären, und vermutlich ist eine befriedigende Antwort auch für jeden Menschen unterschiedlich. Ich versuche es trotzdem, meinen Blick kurz wiederzugeben.

      Man sollte sich selbst begreifen, als etwas, das ständigem Wandel unterworfen ist. Deswegen ist es auch eher hinderlich, sein Glück festhalten und konservieren zu wollen, weil es so wandelbar ist, wie wir selber. Dafür zu kämpfen, und daran zu arbeiten, dass man glücklich ist, sollte man allerdings nicht sein lassen.
      Man ist niemals ein fertiges Individuum, und oft ist es schmerzhaft, das Bild, das man von sich hatte und als etwas vollständiges ansah, zu erneuern, da man es zuvor erst zerstören und an den Grundfesten rütteln sollte, um es zu überarbeiten. Im Endeffekt sind wir nicht eine Person, sondern unendlich viele Charakterzüge, die man ausbilden kann und sollte, denen man Beachtung schenken muss, und manchen mal den Vortritt lassen und andere in den Hintergrund schieben sollte. Dieser ganze Wust an Wesenheiten sind in uns vereint und um glücklich zu sein, sollte man lernen, allen zuzuhören und die Beachtung zu schenken, die ihnen angemessen ist.
      Ein solcher Prozess ist schmerzhaft, unangenehm und fordert Opfer. Aber so stellt man sicher, dass das Glück mit einem wächst, und man selbst mit dem Glück.

      Wieder ein Roman geworden und ein kleiner Einblick, in meine persönliche Meinung. Ich war ja schon immer schlecht im Auf-den-Punkt-kommen. Das kommt davon.

      Hab einen tollen Tag! Hat mich gefreut, deinen Namen hier zu lesen :)

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  2. Antworten
    1. Danke dir, freut mich sehr, dass dir der Text gefällt. :)

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Steigt ein! Mitreisende willkomen.